Beirut im Hier und Jetzt

Frühlingsanfang in Beirut. Wie gemalt. Die Bäume blühen….

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Beirut Downtown ©Andrea Böhm

…und die Religionen scheinen sich in aller Harmonie den Himmel zu teilen.

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©Andrea Böhm

Das Symbol des dritten großen monotheistischen Glaubens fehlt. Was nicht daran liegt, dass es in Beirut keine Synagoge gäbe. Es gibt eine, die Maghen Abraham Synagoge, im Bürgerkrieg schwer beschädigt, inzwischen wieder restauriert. Allerdings hat sie keinen Turm, mit dem sie mit Moscheen und Kirchen konkurrieren könnte. Und sie hat derzeit auch keine Gläubigen.

Angeblich leben noch rund 200 Juden im Libanon. Sie halten es bis auf Weiteres nicht für ratsam, sich öffentlich zum Gebet zu versammeln. Oder mit Journalisten zu sprechen. Das ist eine längere Geschichte, die ich gerne aufschreiben würde. Vielleicht finde ich ja doch noch jemanden aus der Gemeinde, der erzählen will.

Bis dahin stelle ich mir einfach vor, dass die jüdischen Beirutis an einem Tag wie diesem, an dem die Sonne schon wärmt und die Luft noch kühlt, an der Corniche entlang spazieren. Genau wie die anderen aus der Stadt – Schiiten, Sunniten, Griechisch-Orthodoxe, Drusen, Katholiken, Armenisch-Orthodoxe, Chaldäer, Assyrische Christen, Ismaeliten und was immer sich sonst noch über die Jahrtausende von einander abgespalten hat. An der Corniche machen sie an diesen Frühlingstagen alle dasselbe:
Sie schauen auf’s Meer.

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Über andreaboehm61

Ich bin Korrespondentin für den Nahen und Mittleren Osten für die Wochenzeitung "Die Zeit" und lebe in Beirut. Ich schreibe und blogge auch, aber nicht nur, über Krisen und Konflikte. Mich interessieren sichtbare und unsichtbare Routen und Grenzen, der Alltag von Menschen in Krisengebieten, die Krisen in ihrem Alltag und ihre Kunst des Überlebens. I am the correspondent for Middle Eastern Affairs for the German weekly "Die Zeit" based in Beirut, Lebanon. I write and blog about conflicts, crises and upheavals in the region. And about the art of survival, about visible and invisible routes and borders, about the daily life of people in regions of crisis and about the crises in their daily lives.
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