Trump und die Muslime – oder: Der Wutbürger im Weißen Haus gegen die iranische Barbara Streisand

Die gute Nachricht immer zuerst: Mit einer einstweiligen Verfügung hat ein Bundesrichter im US-Staat Washington das Einreiseverbot von Präsident Donald Trump gegen Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Staaten vorerst aufgehoben. Dass der Richter – James Robart ist sein Name – keineswegs zu den liberalen Juristen des Landes gehört, sondern von George W. Bush ernannt worden ist, sagt einiges aus über den politischen und juristischen Widerstand, den Trump mit seinem Erlass zum „Schutz der Nation vor der Einreise ausländischer Terroristen in die Vereinigten Staaten“ provoziert hat.

Eine endgültige juristische Niederlage ist dies nicht. Das Weiße Haus will Widerspruch einlegen. Vor zahlreichen anderen Gerichten sind ebenfalls Verfahren anhängig, deren Urteile unterschiedlich ausfallen können.

Welche Motive, welche Ideologien aus Trumps ersten Amtstagen herauszulesen sind, haben viele zu analysieren versucht. Einen, wie ich finde, besonders lesenswerten Essay  hat der konservative Publizist David Frum in „The Atlantic“ unter dem Titel „How to Build an Autocracy“ veröffentlicht.

Warum Trumps tiefe Verachtung für Staat, Grundrechte und Gemeinwohl eine große Geistesverwandtschaft mit den autoritären Kleptokraten des Nahen Ostens aufzeigt und warum sein Einreiseverbot auch die prominente iranische Sängerin und Regimegegnerin Googoosh, die „iranische Barbara Streisand“, getroffen hat, habe ich hier auf ZEIT Online aufgeschrieben.

Warum Kunst heute politischer denn je ist, sieht man an diesem Bild des Künstlers Shepard Fairey.

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Aus der Serie „We The People“ des amerikanischen Künstlers Shepard Fairey

Warum keineswegs alle Muslima in den USA mit diesem Bild einverstanden sind, kann man in diesem Kommentar der in Chicago lebenden Künstlerin und Autorin Hoda Katebi nachlesen.

Und warum man in diesen aberwitzigen Zeiten dringend Pausen einlegen muss, erklärt ganz wunderbar die Anwältin und Bürgerrechtlerin Mirah Curzer in ihrem Post „How to #StayOutraged Without Losing Your Mind“.

Wie man empört bleibt, ohne den Verstand zu verlieren.

 

 

 

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Über andreaboehm61

Ich bin Korrespondentin für den Nahen und Mittleren Osten für die Wochenzeitung "Die Zeit" und lebe in Beirut. Ich schreibe und blogge auch, aber nicht nur, über Krisen und Konflikte. Mich interessieren sichtbare und unsichtbare Routen und Grenzen, der Alltag von Menschen in Krisengebieten, die Krisen in ihrem Alltag und ihre Kunst des Überlebens. I am the correspondent for Middle Eastern Affairs for the German weekly "Die Zeit" based in Beirut, Lebanon. I write and blog about conflicts, crises and upheavals in the region. And about the art of survival, about visible and invisible routes and borders, about the daily life of people in regions of crisis and about the crises in their daily lives.
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