41 Jahre danach – am 13. April 1975 begann der libanesische Bürgerkrieg

13. April 1975, ein Checkpoint christlicher Phalangisten im Beiruter Vorort Ain al-Rummaneh. Bewaffnete Männer und Barrikaden gehören längst zum Straßenbild. Christen gegen Muslime, pro-amerikanische Rechte gegen Moskau treue Linke, dazwischen armenische, drusische, alawitische Bürgerwehren und riesige Camps palästinensischer Flüchtlinge, aus deren Reihen die PLO ihren Krieg gegen Israel führt – der Libanon ist ein Land der Fronten und Gräben. Aber noch herrscht kein Bürgerkrieg.

An diesem Tag im April stoppen Phalangisten in Ain al-Rummaneh einen Bus mit palästinensischen Flüchtlingen und erschießen 27 Menschen. Das Massaker und die folgenden Vergeltungsaktionen spalten Regierung und Armee, eine Welle von Gräueltaten gegen Zivilisten vertreibt Muslime aus christlichen Gebieten und umgekehrt. Beirut zerfällt in Ost-und West-Beirut.

150.000 Menschen sterben in diesem Krieg, der 15 Jahre dauert, in dessen Verlauf Syrien und Israel einmarschieren, die USA Truppen entsenden und nach Selbstmordattentaten wieder abziehen. Beirut wird zum Synonym wird für Barrikaden, Selbstmordanschläge und Mercedes-Benz-Karossen mit Einschusslöchern.

41 Jahre später ist das Land weiterhin entlang konfessioneller Gräben gespalten und Beiruts Innenstadt wie nach einer kosmetischen Operation mit einer glitzernden Hochhausfront versehen. Ein paar Ruinen gibt es immer noch …

Ruinen und Bauboom

… und die Graffiti-Künstler der Stadt nutzen sie…

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…auch für Träume…

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Über andreaboehm61

Ich bin Korrespondentin für den Nahen und Mittleren Osten für die Wochenzeitung "Die Zeit" und lebe in Beirut. Ich schreibe und blogge auch, aber nicht nur, über Krisen und Konflikte. Mich interessieren sichtbare und unsichtbare Routen und Grenzen, der Alltag von Menschen in Krisengebieten, die Krisen in ihrem Alltag und ihre Kunst des Überlebens. I am the correspondent for Middle Eastern Affairs for the German weekly "Die Zeit" based in Beirut, Lebanon. I write and blog about conflicts, crises and upheavals in the region. And about the art of survival, about visible and invisible routes and borders, about the daily life of people in regions of crisis and about the crises in their daily lives.
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