Der Krieg im Jemen und die vergessene Revolution der Frauen – eine Begegnung mit Hooria Mashhour

Im Mittleren Osten gibt es bald keine Länder mehr, die nicht Kriegsgebiet sind. Jemen ist das jüngste Schlachtfeld – eine längere Analyse zu dem saudisch-iranischen Machtkampf, der sich nun auch auf Jemen ausgedehnt hat, ist in der letzten Ausgabe der ZEIT zu lesen.

Was in der aktuellen Berichterstattung und der Flut der Bilder von Khat kauenden, Kalaschnikow tragenden Männern untergeht: Auch im Jemen gab es 2011 eine friedliche Protestbewegung gegen eine Diktatur. Und diese Bewegung wurde maßgeblich von Aktivistinnen mitgetragen – solche, die man in Europa gern als „Kopftuch-Frauen“ abtut, wobei ihnen die europäischen Debatten darüber ziemlich absurd vorkommen dürften. Sie hatten und haben wahrlich andere Sorgen.

Ihr Kampf gegen die Zwangsverheiratung von Mädchen, für den Zugang zu Bildung, für Gleichberechtigung vor dem Gesetz und gegen religiösen Extremismus hatte lange vor der Revolution begonnen – und er ist trotz des Krieges nicht zu Ende.

Eine von ihnen, die Journalistin Tawakkul Karman, bekam für ihre Menschenrechtsarbeit 2011 den Friedensnobelpreis. Eine andere, die Frauenrechtlerin und ehemalige Ministerin für Menschenrechte, Hooria Mashhour, habe ich vor wenigen Tagen in Beirut getroffen, wo sie aufgrund der Kriegswirren in ihrer Heimat gestrandet ist. Das Portrait über sie ist nun hier auf ZEIT Online zu lesen.

Über andreaboehm61

Ich bin Korrespondentin für den Nahen und Mittleren Osten für die Wochenzeitung "Die Zeit" und lebe in Beirut. Ich schreibe und blogge auch, aber nicht nur, über Krisen und Konflikte. Mich interessieren sichtbare und unsichtbare Routen und Grenzen, der Alltag von Menschen in Krisengebieten, die Krisen in ihrem Alltag und ihre Kunst des Überlebens. I am the correspondent for Middle Eastern Affairs for the German weekly "Die Zeit" based in Beirut, Lebanon. I write and blog about conflicts, crises and upheavals in the region. And about the art of survival, about visible and invisible routes and borders, about the daily life of people in regions of crisis and about the crises in their daily lives.
Dieser Beitrag wurde unter War and Peace abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s