Allez les Léopards !! Über die Politik des Afrika-Cup und einen Torhüter, der mit dem Po hüpft

Aus alter und immer noch tiefer Verbundenheit mit der Demokratischen Republik Kongo – und aus alter und immer noch tiefer Liebe zum Fussball:
Heute um 17:00 Uhr (MEZ) spielt die kongolesische Nationalmannschaft – Spitzname: „Die Leoparden“ – um den dritten Platz des Afrika-Cups gegen Gastgeber Äquatorialguinea.

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Kongos Leoparden © MONUSCO

Der Weg ins kleine Finale war kein glorreicher. Drei Unentschieden in der Gruppenphase gegen Sambia, die Kapverden und Tunesien, dann ein mühsamer Sieg im Viertelfinale gegen den kleinen Nachbarn, die Republik Kongo – liebe Leoparden, das könnt Ihr besser. Und nicht nur, weil Ihr mit Cedric Makiadi einen Spieler von Werder Bremen aufbieten könnt, das inzwischen ja auch wieder das Siegen lernt.
Gegen das Team aus der Elfenbeinküste war dann im Halbfinale kein Kraut mehr gewachsen: Das Spiel ging 1:3 verloren. Auch dank eines schussgewaltigen Yaya Touré, der für die Ivorer in der 31. Minute das 1:0 erzielte. Die Elfenbeinküste tritt nun im Finale gegen Ghana an.

Ein dritter Platz für die Leoparden wäre schon allein deswegen herrlich, weil Kongos Torhüter Robert Kidiaba dann wieder seinen berühmten „bum dance“ vollführen könnte. Bei Toren oder Siegen seiner Mannschaft hüpft Kidiaba auf dem Hintern durch den Strafraum.
Wie das geht? So.

Ansonsten bleibt zu hoffen, dass diese 90 Minuten friedlich und ohne Unterbrechung verlaufen. Fans des Gastgebers Äquatorialguinea hatten im zweiten Halbfinale Anhänger und Spieler des siegreichen Ghana attackiert. Dutzende ghanaischer Fans wurden verletzt. Die Polizei setzte Tränengas ein.  Der afrikanische Fussball-Verband verhängte nun für die äquatorialguineische Mannschaft Zuschauerverbot für ein Spiel. Der Nationalverband muss außerdem 100.000 Dollar zahlen und die Krankenhauskosten der ghanaischen Fans übernehmen. Man darf gespannt sein, ob die je ihr Geld sehen werden.

Die Strafe fiel wohl auch deshalb so milde aus, weil der kleine Öl-Staat an der westafrikanischen Küste eingesprungen war, nachdem Marokko, der ursprüngliche Ausrichter des Turniers, aus Angst vor Ebola kurzfristig einen Rückzieher gemacht hatte. Äquatorialguineas Langzeit-Diktator Teodor Obiang sah in dem Turnier eine Gelegenheit, sich gute Presse zu verschaffen, obwohl sein marodes Land mitnichten für ein Sportereignis dieser Größenordnung vorbereitet ist. Die Bilder randalierender Fans passen sicher nicht in sein Konzept.

Das kleine Finale heute Nachmittag findet übrigens nicht vor leeren Rängen statt. Das Stadionverbot für die äquatorialguineischen Zuschauer tritt erst nach dem Turnier in Kraft. Für Kidiaba und seine Team-Kollegen wären leere Ränge vielleicht gar nicht schlecht. Obiang hat Fans anderer Nationen die Einreise so schwer wie möglich gemacht – und dann nach eigenen Angaben 40.000 Tickets gekauft und an Landsleute verteilt. Die werden hoffentlich viele „bum dances“ von Kidiaba zu sehen bekommen.

Über andreaboehm61

Ich bin Korrespondentin für den Nahen und Mittleren Osten für die Wochenzeitung "Die Zeit" und lebe in Beirut. Ich schreibe und blogge auch, aber nicht nur, über Krisen und Konflikte. Mich interessieren sichtbare und unsichtbare Routen und Grenzen, der Alltag von Menschen in Krisengebieten, die Krisen in ihrem Alltag und ihre Kunst des Überlebens. I am the correspondent for Middle Eastern Affairs for the German weekly "Die Zeit" based in Beirut, Lebanon. I write and blog about conflicts, crises and upheavals in the region. And about the art of survival, about visible and invisible routes and borders, about the daily life of people in regions of crisis and about the crises in their daily lives.
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