Ostern in Freiheit: Vier Journalisten in Syrien frei gelassen

Ein schöneres Oster-Geschenk kann es für die vier Kollegen und ihre Familien nicht geben: die französischen Journalisten Edouard Elias, Didier François, Nicolas Henin und Pierre Torres, vor fast einem Jahr in Syrien entführt, sind frei.
Laut BBC wurden sie von türkischen Soldaten an der Grenze gefunden. Ihre Kidnapper gehörten vermutlich zu radikal-islamistischen Gruppe „Islamischer Staat im Irak und an der Levante“ (ISIS), der wohl brutalsten islamistischen Miliz in diesem Bürgerkrieg.
François und Henin sind erfahrene Reporter, Elias und Torres waren als Photographen in Syrien unterwegs.

Schon vor einigen Wochen waren die beiden spanischen Journalisten Javier Espinosa und Ricardo Garcia Vilanova von ihren ISIS-Entführern frei gelassen worden. Über die Hintergründe, über Vermittler und mögliche Lösegeld-Zahlungen ist bislang nichts bekannt.

Gute Nachrichten aus Syrien sind eigentlich ein Widerspruch in sich. Und auch die jüngsten erfreulichen Meldungen stehen im Schatten von permanentem Mörser-Beschuss durch Rebellen auf Damaskus, der anhaltenden Hungersnot im palästinensischem Camp von Yarmouk sowie offenbar einer Entscheidungsschlacht um die vom Regime belagerte Altstadt von Homs. „Eine Bühne des Todes“ – so hat UN-Vermittler Lakhdar Brahimi diese Stadt nun bezeichnet.

„Frohe Ostern“ zu wünschen, kommt einem da nur schwer über die Lippen. Aber auf das Leben der Kollegen kann man ruhig einen trinken. A la vida!

Über andreaboehm61

Ich bin Korrespondentin für den Nahen und Mittleren Osten für die Wochenzeitung "Die Zeit" und lebe in Beirut. Ich schreibe und blogge auch, aber nicht nur, über Krisen und Konflikte. Mich interessieren sichtbare und unsichtbare Routen und Grenzen, der Alltag von Menschen in Krisengebieten, die Krisen in ihrem Alltag und ihre Kunst des Überlebens. I am the correspondent for Middle Eastern Affairs for the German weekly "Die Zeit" based in Beirut, Lebanon. I write and blog about conflicts, crises and upheavals in the region. And about the art of survival, about visible and invisible routes and borders, about the daily life of people in regions of crisis and about the crises in their daily lives.
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Eine Antwort zu Ostern in Freiheit: Vier Journalisten in Syrien frei gelassen

  1. kritiko schreibt:

    mannomann… ich kann ihre realitätsauffassung (gebildete, „ZEIT“-nahe journalistin endlich mal im ausland) in gewissem Rahmen verstehen – aber in der realität bewegen sie sich irgendwie nicht so ganz. nun gut, jedem das seine. aber was sagen sie zur lage der libanesen mit unmengen an syrern im land? warum rennen die syrer heute in unmengen zu „ihrer“ botschaft zur „wahl“? was denken sie über die „tolle“ libanesische scheinrealität, in der geld „keine rolle spielt“ man aber gleichzeitig rassistischer als rassistisch agiert (ich sage nur eingesperrte maids). was sagt die deutsche journalistin zum bundesmarine-einsatz der zahnlos offiziell dem unerbinden des waffenschmuggel zur hizbollah dienen soll, eher wohl aber der funktechnischen spionage gen syrien gewidmet ist? fragen über fragen… also entweder ein kulturblog oder sie widmen sich mal den echten themen… viel spass weiterhin in beirut.

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