Life and Death in Virunga

Ein kurzer Nachtrag zum letzten Posting: Im Kongo gibt es unter rund den 70 Millionen dort lebenden Überlebenskünstlern eine ganze Reihe stiller Helden. Journalisten, die über Korruption recherchieren; Ärztinnen und Ärzte, die irgendwo im Hinterland marode Hospitäler am Laufen halten; Wildhüter, die Kongos grandiose Nationalparks zu schützen versuchen.

Über die Wildhüter des Virunga-Nationalparks hat GEO vor kurzem eine Reportage veröffentlicht. Die Reporterin Anke Sparmann berichtet darin über deren oft lebensgefährlichen Einsatz für die letzten Silberrückengorillas, über den Kampf gegen Wilderer, marodierende Soldaten und Rebellen, über die Konflikte mit der Bevölkerung, die meist aus purer Not Bäume zu Holzkohle verarbeiten. Derzeit ist Virunga  Rückzugsgebiet der Meuterer um die Gruppe M23 (siehe Posting von gestern).
Dem Park, der eines der lukrativsten Tourismus-Ziele des Landes sein könnte, droht nun eine weitere Gefahr: Ein Konsortium der britischen Ölfirmen SOCO und Dominion will  Erdölvorkommen in Virunga und im nahe gelegenen Edwardsee erkunden – mit potenziell verheerenden Folgen für Mensch und Natur.

Wer aktuell verfolgen möchte, was sich im Park abspielt, dem sei die Lektüre des Blogs von Emmanuel de Merode, dem Chef der Wildhüter empfohlen, der derzeit täglich Beobachtungen des Kampfgeschehens meldet.
Wer sich ein Bild von Menschen und Landschaft machen möchte, der muss entweder das GEO-Juni-Heft mit den Bildern des Fotografen Brent Stirton kaufen oder sich dessen fantastische Serie „Rangers of Virunga“  auf der Website von african digital art ansehen (die überhaupt wärmstens zu empfehlen ist, wenn man wissen will, wie inspirierende und politische Kunst und Fotografie heute aussehen kann).

Über andreaboehm61

Ich bin Korrespondentin für den Nahen und Mittleren Osten für die Wochenzeitung "Die Zeit" und lebe in Beirut. Ich schreibe und blogge auch, aber nicht nur, über Krisen und Konflikte. Mich interessieren sichtbare und unsichtbare Routen und Grenzen, der Alltag von Menschen in Krisengebieten, die Krisen in ihrem Alltag und ihre Kunst des Überlebens. I am the correspondent for Middle Eastern Affairs for the German weekly "Die Zeit" based in Beirut, Lebanon. I write and blog about conflicts, crises and upheavals in the region. And about the art of survival, about visible and invisible routes and borders, about the daily life of people in regions of crisis and about the crises in their daily lives.
Dieser Beitrag wurde unter Kongo-Kinshasa veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s